WritersOnTheStorm

Zwischen Realität und Fiktion

Eigentlich hatte ich den perfekten Plan.

Nach 42 Berufsjahren wollte ich aus dem Journalismus aussteigen. Ganz sanft, mittels eines Altersteilzeitvertrages, dessen Passivphase zum 1. Februar 2020 begann, und der mir großzügig Zeit bieten würde, mein neues Ziel zu verfolgen: Den Einstieg in das fiktionale Schreiben.

Ich beabsichtigte Kurzgeschichten zu schreiben, auch Kürzestgeschichten. Aber vor allem wollte ich mich an einem Roman erproben. Herausfinden, ob ich das überhaupt kann, ein solches Mammutwerk verfassen. Gerade ich, der ich als Journalist immer das „Big Picture“ vor Augen hatte, und nun in die Welt der facettenreichen Beschreibung von Details und Sinneseindrücken eintauchen sollte.

Ein Thriller zum Thema Künstliche Intelligenz sollte es sein, angesiedelt zwischen Realität und Science Fiction. Sechs Monate lang hatte ich mich schon in meiner Freizeit vorbereitet, bis Mitte Februar hatte ich die Lebensläufe meiner Hauptfiguren fertig. Es fehlte zwar noch die zündende „Big Bang“-Idee für das Ende, aber immerhin, ich war ein gutes Stück voran gekommen.

Dann kam das Virus.

Und es verspeiste meine Romanidee zum Dinner. Damit auch meinen perfekten Plan.

Mit welcher dystopischen Fiktion kann ich die dystopische Realität noch übertreffen? An dieser Nuss knabbere ich nun schon seit fast drei Monaten.

Vorläufig habe ich mir eine E-Gitarre gekauft, um mich abzulenken.

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